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Logistik

Romandie und CBD: Vertriebswege

Par Dr. Marlene Becker 14 mai 2026 5 min de lecture

In der Romandie werden noch knapp 60 % der CBD-Käufe im stationären Handel getätigt – in Apotheken, Drogerien und Fachgeschäften – so eine Umfrage des Schweizerischen Beobachtungsstelle für psychoaktive Substanzen (OSSP) aus dem Jahr 2025. Diese Vorliebe für den Nahversorgungskanal steht im Gegensatz zur Deutschschweiz, wo der Online-Verkauf mit über 65 % aller Transaktionen dominiert. Diese Vertriebswege zu verstehen, ist für Patienten oder Betreuungspersonen, die ein zuverlässiges, rückverfolgbares und den Schweizer Normen entsprechendes Produkt suchen, unerlässlich.

Apotheken in der Romandie: Das vertrauenswürdige Netzwerk

Apotheken sind in der Romandie die erste Anlaufstelle für Beratung und Verkauf. Im Jahr 2024 gaben 43 % der Apotheken in den Kantonen Waadt, Genf und Neuenburg an, mindestens ein CBD-haltiges Produkt zu führen, so eine Erhebung des Schweizerischen Apothekerverbands (PharmaSuisse). Dieser Kanal bietet zwei Hauptvorteile: die Garantie einer strengen Rückverfolgbarkeit (jede Charge muss für magistrale Rezepturen bei Swissmedic gemeldet werden) und die Anwesenheit eines Fachmanns, der für die Beurteilung von Wechselwirkungen geschult ist.

Der Apotheker kann insbesondere Kontraindikationen mit oralen Antikoagulanzien (Warfarin) oder Antiepileptika (Clobazam) überprüfen, da CBD das Cytochrom P450 hemmt. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Patient unter chronischer Behandlung seinen Apotheker stets über die Einnahme von CBD informieren sollte, selbst wenn das Produkt rezeptfrei erhältlich ist.

Nicht alle in der Apotheke verkauften Produkte unterliegen dem gleichen Kontrollniveau. Nur magistrale Rezepturen, die spezifisch für einen Patienten hergestellt werden, unterliegen den Schweizer Arzneimittelstandards. Die in den Regalen befindlichen „gebrauchsfertigen“ Kapseln oder Öle fallen unter die weniger strenge Regulierung für Nahrungsergänzungsmittel.

Drogerien und Fachgeschäfte

Die in der französischsprachigen Schweiz stark verankerten Drogerien verzeichneten zwischen 2023 und 2025 einen Umsatzsprung bei CBD-Produkten von 30 % (interne Studie DroguerieSuisse). Ihr Vorteil ist die persönliche Nähe: Der Drogist kennt die Kundschaft oft seit langem und kann verschiedene galenische Formen – sublinguale Öle, topische Cremes, Tees – mit einer weniger medizinischen, aber zugänglicheren Beratung empfehlen.

Reine CBD-Fachgeschäfte vermehren sich in den urbanen Zentren. Eine Marktanalyse des Instituts GfK Schweiz aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 22 % der CBD-Käufe in der Romandie in diesen Fachgeschäften getätigt werden, verglichen mit 15 % im Jahr 2022. Diese Geschäfte bieten oft Vollspektrum-Produkte (>0,2 % THC, gesetzliches Maximum) und lose Blüten an, was ein junges, an der landwirtschaftlichen Herkunft interessiertes Publikum anzieht.

Allerdings unterliegen diese Verkaufsstellen nicht den gleichen Dokumentationspflichten wie Apotheken. Der Verbraucher sollte ein nicht älteres als ein Jahr altes Analysezertifikat (COA) verlangen, das die CBD- und THC-Gehalte ausweist. Ohne dieses Dokument ist die Qualität des Produkts ungewiss.

Online-Verkauf: Der diskrete, aber regulierte Kanal

In der Romandie kaufen nur 28 % der CBD-Konsumenten ausschliesslich online, verglichen mit 52 % in der Deutschschweiz (Quelle: market.ch, 2025). Diese Diskrepanz erklärt sich durch die stärker ausgeprägte Kultur der persönlichen Beratung jenseits der Saane, aber auch durch höhere Durchschnittspreise im Internet.

Die von Swissmedic anerkannten Romandie-Seiten bieten eine sichere Lieferung und standardisierte Produktblätter. Ausländische Plattformen hingegen, die oft in Deutschland oder den Niederlanden ansässig sind, halten sich nicht immer an das Schweizer THC-Gesetzeslimit von 1 % in Hanfprodukten. Im Jahr 2025 beschlagnahmte der Schweizer Zoll 3,2 Tonnen CBD-Produkte aus der EU, von denen 40 % die zulässige Schwelle überschritten (OSSP-Bericht, 2026).

„In der Sprechstunde sehe ich regelmässig Patienten, die online nicht normgerechte Produkte bestellt haben, manchmal mit THC-Gehalten, die zu positiven Speicheltests am Steuer führen. Mein Rat: Kaufen Sie im stationären Handel in der Romandie und verlangen Sie stets das Analysezertifikat.” — Dr. Marlene Becker, Rheumatologin, persönliche Mitteilung, 2025.

Kantonale Unterschiede: Ein regulatorischer Flickenteppich

Die Romandie ist in Bezug auf den Zugang zu CBD nicht einheitlich. Die lateinischen Kantone wenden das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel (BetmG) mit lokalen Nuancen an:

Diese Unterschiede erschweren die Empfehlung für Betreuungspersonen, zumal Patienten in einem Kanton wohnen und in einem anderen arbeiten können. In der Praxis bleibt die waadtländische oder Genfer Apotheke der sicherste Weg, mit einer systematischen Überprüfung des THC-Gehalts auf dem Etikett, die seit 2023 obligatorisch ist.

Was für den Patienten in der Romandie wichtig ist

Für einen Patienten, der in der Romandie mit CBD beginnt, ist der Kauf in einer Apotheke mit geschultem Fachpersonal zu bevorzugen. Wenn der Weg zur Drogerie oder einem Fachgeschäft praktischer ist, sollte man ein datiertes Analysezertifikat und eine Etikettierung auf Französisch verlangen. Bestellungen aus dem Ausland sollten vermieden werden: Neben dem rechtlichen THC-Risiko kann die Qualität der Extrakte laut einer 2024 im Journal of Cannabis Research veröffentlichten Studie um bis zu ±25 % schwanken.

Die Einnahme von CBD sollte stets dem behandelnden Arzt gemeldet werden, auch wenn keine bekannten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehen. „CBD ist kein Medikament, aber es kann die Wirkung anderer Behandlungen beeinflussen”, erinnert Dr. Becker. Transparenz ist der beste Verbündete einer sicheren adjuvanten Therapie.